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consilium - DER PÄDIATRIE-PODCAST - Folge #70 - 01.05.2026

consilium – der Pädiatrie-Podcast

mit Dr. Axel Enninger

consilium Podcast mit Dr. Axel Enninger

 

Adipositas – „iss mal weniger“ reicht nicht

Axel Enninger: Mein Gesprächspartner heute ist Herr

Prof. Dr. Martin Wabitsch

 


DR. AXEL ENNINGER…

… ist Kinder- und Jugendarzt aus Überzeugung und mit Leib und Seele. Er ist ärztlicher Direktor der Allgemeinen und Speziellen Pädiatrie am Klinikum Stuttgart, besser bekannt als das Olgahospital – in Stuttgart „das Olgäle“ genannt.

Axel Enninger: Herzlich willkommen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, zu einer neuen Folge von consilium, dem Pädiatrie-Podcast. Mein Gesprächspartner heute ist Professor Martin Wabitsch und wir reden über das Thema Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Herr Professor Wabitsch arbeitet an der Universitätskinderklinik in Ulm, er ist dort Sektionsleiter für Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie. Er ist Vorstandsvorsitzender des Zentrums für Seltene Erkrankungen in Ulm. Er ist stellvertretender Standortdirektor des Deutschen Zentrums für Kinder- und Jugendgesundheit und er ist Leiter der Interdisziplinären Adipositas-Ambulanz. Herzlich willkommen, lieber Herr Wabitsch.

Martin Wabitsch: Guten Tag, Herr Enninger.

Axel Enninger: Herr Wabitsch, wer ist denn adipös? Wie machen wir das, wie messen wir das?

Mit „People-first-Sprache“ Diskriminierung vermeiden

Martin Wabitsch: Adipositas im Kindes- und Jugendalter kann man nicht am absoluten BMI-Wert messen oder definieren. Wir nehmen den BMI sehr wohl. Wir brauchen dazu Perzentilwerte, also alters- und geschlechtsspezifische Referenzwerte, und ein Kind hat dann eine Adipositas, wenn es mit seinem BMI oberhalb der 97. Perzentile liegt. Und Sie haben gemerkt, in meinem Satz gerade, dass ich ihn umformuliert habe. Die Frage „Wer ist adipös?“ oder „Ist ein Kind adipös?“ sollte man so nicht stellen. Wir nehmen eigentlich People-First Language, das heißt, wir verwenden eine Sprache, die nicht diskriminierend ist. Ein Kind oder ein Mensch ist nicht adipös, sondern ein Kind, ein Mensch, ein Erwachsener, ein Jugendlicher „lebt mit Adipositas“ oder „hat Adipositas“ im Sinne von: Er hat eine chronische Erkrankung.

Der BMI passt im Allgemeinen gut

Axel Enninger: Okay. Ich versuche mir Mühe zu geben, das durchzuhalten. Sonst korrigieren Sie mich bitte auch im weiteren Verlauf des Gespräches. Ist der BMI denn sozusagen immer noch das, was man macht? Das ist ja eigentlich ein „guter alter Parameter“, gibt es nichts Moderneres, Schickeres, anderes?

Martin Wabitsch: Also es ist ein alter Parameter, ja, aber wenn Sie an Ihren Start denken in der Kinderheilkunde, gab es den noch nicht, auch bei mir noch nicht. Das war glaube ich 97 in der Monatsschrift Kinderheilkunde hatten wir ihn damals eingeführt. Zuvor hatten wir das Längensollgewicht genommen oder wir hatten auch Hautfaltenmessungen durchgeführt, wenn es wirklich darum ging zu bewerten, ob ein Kind zu viel Fettmasse hat, also Adipositas im Sinne von vermehrter, pathologisch vermehrter Fettmasse. Das hat sich so in der Praxis nicht durchgesetzt, nicht halten lassen. Wir messen keine Hautfalten in der Routine. Der BMI auch im Kindesalter, wenn man ihn auf Perzentile bezieht, hat eine sehr gute Korrelation mit der Fettmasse. Und wenn der BMI oberhalb des 97. Perzentils liegt, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass die Fettmasse auch zu hoch ist.

Axel Enninger: Da gibt es ja immer wieder mal Kritik am BMI, gerade bei denen, die relativ viel Muskeln haben, die Kraftsportler usw. Sie werden da so ein bisschen falsch eingruppiert. Aber für Kinder ist das kein Problem?

Martin Wabitsch: Also, wenn sie im Bereich des Grenzwertes sind, dann schon. Aber ich glaube, das ist nicht das, was heute das Thema ist. Wenn wir über Adipositas sprechen, dann haben wir schon die Vorstellung von Kindern, Jugendlichen, die eine sehr, sehr große Fettmasse haben, weitaus zu hohe Fettmasse haben. Wenn man es wissenschaftlich betreibt, dann hat der BMI seine Nachteile gerade bei den Kindern, Jugendlichen, die so an der 97. Perzentile liegen, auch deshalb, weil wir eine starke Altersabhängigkeit haben und eine Abhängigkeit vom biologischen Alter. Das heißt, es spielt die Pubertät eine Rolle, die Reifeentwicklung spielt eine Rolle. Und wenn ich da Kinder vergleiche mit dem gleichen chronologischen Alter, kann es durchaus sein, dass ein Kind schon viel weiter entwickelt ist oder in der Entwicklung hinterherhinkt und dann ist natürlich der BMI zu dem bestimmten Alter kein gutes Maß.

Axel Enninger: Okay, aber trotzdem als Memo für unseren Alltagsgebrauch: BMI-Rechner für Kinder ist das empfohlene Instrument.

Martin Wabitsch: Das ist das empfohlene Instrument. So steht es auch in den Leitlinien, und bei allem, was wir tun, wenn wir miteinander sprechen, Informationen austauschen, nehmen wir den BMI, dies BMI-Perzentil.

Anlage, Lebensbedingungen: die ersten 3 bis 4 Lebensjahre entscheiden

Axel Enninger: Wie kommt es denn dazu, dass ich eine Adipositas entwickele?

Martin Wabitsch: Genauso ist die Frage, glaube ich, gut gestellt, weil kein Kind mit Adipositas geboren wird. Es gibt ein paar Ausnahmen, aber in der Regel kommt ein Kind mit einem normalen Geburtsgewicht zur Welt und die Adipositas entwickelt sich bei vielen in den ersten Lebensjahren. Es gibt eine große Analyse in Deutschland, das Kress-Netz, also eine Datensammlung niedergelassener Kinder- und Jugendärzte, die bei Kindern Daten erhoben haben während der Vorstellungen in der Praxis, während der Vorsorgeuntersuchungen, die zeigt, dass Kinder, die im Alter von 3–4 Jahren eine Adipositas haben, diese in der Regel nicht mehr verlieren. Also, die ersten 3–4 Lebensjahre sind der Bereich, wo sich die Adipositas entwickelt. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, dass sie sich erst später entwickelt, aber die biologische Grundlage, ein biologisches Phänomen ist, dass diese ersten Lebensjahre ganz entscheidend sind.

Axel Enninger: Und Sie sagen, die entwickelt sich in den ersten Lebensjahren, und das liegt dann an unserer adipogenen Ernährung oder woran liegt es?

Martin Wabitsch: Das ist das Ergebnis des Zusammenspiels zwischen den Anlagen, die ein Kind mitbringt und den Lebensbedingungen. Das wirkt sich nachher auf den Phänotyp, also die Adipositas oder die erhöhte Fettmasse aus. Sprich, ein Kind, das ein bestimmtes Risiko in seinen Anlagen für die Adipositas hat, entwickelt die Adipositas dann, wenn die Lebensbedingungen das fördern, es zulassen. Und es ist richtig, dass die Lebensbedingungen heute anders sind als vor 30–40 Jahren und das ist sicher mit der Hauptgrund – die Lebensbedingungen, in denen die Kinder heute aufwachsen – warum die Zahlen so hoch sind und auch angestiegen sind in den letzten Jahrzehnten.

Genetische Prädisposition, Epigenetik

Axel Enninger: Aber Sie haben gesagt, Gene spielen doch eine Rolle.

Martin Wabitsch: Ja, Gene spielen eine Rolle und wir haben da sehr viel dazugelernt in den vergangenen Jahren. Es gab zunächst große Studien an Zwillingen, an eineiigen, zweieiigen Zwillingen, aber auch an Kindern, die adoptiert wurden und in anderen Familien aufwuchsen. Und diese Analysen, diese Untersuchungen zeigten, dass die Lebensbedingungen das eine sind, aber die genetische Veranlagung, also das, was die Kinder biologisch mitbringen von ihren Eltern, sehr viel größer ist im Einfluss auf den BMI, auf die Fettmassenentwicklung. Sprich, Kinder, die in einer anderen Familie aufwachsen, weil sie adoptiert wurden, deren BMI entspricht dem BMI ihrer biologischen Eltern und nicht dem BMI der Eltern, bei denen sie aufwachsen. Das zeigt uns, dass der genetische Einfluss bei der kindlichen Adipositas größer ist als der der Umgebungsfaktoren. So kann man das, glaube ich, an der Stelle zusammenfassen, es sind die Gene. Aber wir haben ja auch gelernt, gerade in der Kinderheilkunde, dass es nicht nur die DNA ist, die jemand mitbringt, die jemand hat, sondern es ist auch die Tatsache, dass während der Schwangerschaft und in den frühen Lebensjahren eine Art Programmierung stattfindet, Programmierung des Genprofils, das dann exprimiert wird. Man spricht von epigenetischen Veränderungen, die erworben sind, die während der Schwangerschaft und in den frühen Kindesjahren zum Ausdruck kommen und dann den Phänotyp mitbestimmen.

Die Größe der Eltern bestimmt, wie groß ein Kind wird: Adipositas ist ähnlich

Axel Enninger: Das ist jetzt ein bisschen frustrierend und klingt so nach dem Motto: Die Genetik bestimmt ganz viel und die Dinge, die dazukommen, haben vielleicht weniger Einfluss. Wie muss ich mir das denn vorstellen, was passiert denn da? Wenn ich jetzt Eltern habe, die beide eine Adipositas haben, sagen Sie, hat das Kind auch per se mal ein Risiko eine Adipositas zu entwickeln? Was passiert da, wie geht das?

Martin Wabitsch: Die Antwort ist ja. Ich kenne praktisch keine Familie, in der beide Eltern eine Adipositas haben und die Kinder schlank sind. Oder andersherum, ich kenne auch keine Familie, in der beide biologischen Eltern schlank sind und Kinder da sind, die eine Adipositas haben. Und als Endokrinologe habe ich diese Art zu denken natürlich auch in anderen phänotypischen Merkmalen der Kinder, das ist die Körperhöhe. Und da kann man sehr viel in Parallelität sehen. Wenn ich ein Kind im Wachstum beurteile, dann kann ich eine Zielgröße berechnen, die sich aus der Elterngröße ergibt. Und genauso ist es mit dem BMI. Der elterliche BMI bestimmt letztlich den BMI der Kinder. Ich habe da Variabilität und eine Spannbreite, natürlich. Aber es gibt ein gewisses Maß an Vorgabe. BMI, Fettmasse der Eltern gibt den kindlichen BMI vor.

Axel Enninger: Als einer, der sich relativ viel mit Ernährung beschäftigt, denke ich jetzt, da kann ich meine Bemühungen ja irgendwie sein lassen. Können Sie das sagen, wie viel ist denn Genetik und wie viel ist Umgebung und Ernährung? Kann man da irgendeinen Prozentsatz angeben?

Einfluss der Lebensstiländerungen 5 %

Martin Wabitsch: Die Frage ist natürlich ganz, ganz wichtig. Das Thema ist komplex und lässt sich nicht mit Schwarz-Weiß-Darstellungen einfach erklären. Aber man muss ein paar Dinge auf den Punkt bringen. Die Diskussion zur Genetik und Epigenetik, die wir gerade hatten, ist ganz wichtig, ist die Grundlage. Dann kann ich natürlich durch mein Verhalten und vor allem durch die Bestimmung der Lebensbedingungen, unter denen ich aufwachse, unter denen die Familie sich befindet, Einfluss nehmen auf den Energiehaushalt, auf die Energiehomöostase des Körpers und kann sehr wohl Einfluss nehmen auf die Gewichtsentwicklung. Das heißt, Kinder, die unter Bedingungen aufwachsen, wo sie sich viel bewegen können, wo sie viel raus können, eine sichere Umgebung haben, Kinder, die aufwachsen, wo Eltern dafür Sorge tragen, dass die Ernährung gesund ist – und mit gesund meine ich viele Punkte, zum Beispiel keine Energie in Getränken oder auch ballaststoffreiche, quasi normale Ernährung mit Produkten direkt vom Feld, vom Garten, vom Markt. Wenn das ermöglicht wird und die Snacks kontrolliert werden und die Zeit vor den Bildschirmen, dann kann ich einen großen Einfluss nehmen – früh schon – auf die Entwicklung des BMI. Dann ist es aber der Lebensstil letztlich, der einen großen Einfluss hat auf die Entwicklung des BMI. Wir haben wenige oder praktisch keine longitudinalen Studien dazu, die das jetzt belegen würden. Da ist viel Hypothese dabei, bei dem, was ich eben gesagt habe, gesunder Menschenverstand natürlich auch. Es gibt Interventionsstudien bei Betroffenen. Von den Interventionsstudien, wo es eine große Anzahl gibt, Zigtausende von Kindern, die randomisiert in Studien waren, haben wir gelernt, dass durch Lebensstiländerungen, also verhaltensbasierte Therapie, die das Verhalten des Kindes adressiert, ich im Durchschnitt 5 % des Körpergewichts nach unten fahren kann, kann ich willentlich nach unten regulieren. 5 % jetzt, wenn ich es am Erwachsenengewicht festmache, und im Kindesalter nutzen wir dazu den BMI-Z-Score, den BMI-SDS, der wäre 0,2, das entspricht ungefähr 5 %.

Axel Enninger: Das klingt erschütternd wenig und so, als müsste man da sehr, sehr viel Bemühungen investieren. Aber lassen Sie mich noch mal versuchen zusammenzufassen. Das heißt, wenn ich eine bestimmte genetische Ausstattung von meinen Eltern mitbekommen habe, habe ich es ungleich schwerer, keine Adipositas zu entwickeln. Also ich muss mich mehr bemühen, ein Normalgewicht zu halten beziehungsweise keine Adipositas zu entwickeln, wenn ich eine bestimmte genetische Ausstattung von meinen Eltern bekommen habe.

Martin Wabitsch: Das ist richtig und das bringt uns jetzt auch zu einer tollen Erkenntnis, finde ich. Die Familien, die Kinder, die in unsere Sprechstunde kommen mit ihrem Thema Adipositas, die tun schon viel, viel mehr, bemühen sich schon viel, viel mehr als andere für einen gesunden Lebensstil. Das heißt, wir dürfen diese Familien erst mal loben, ihnen Anerkennung zollen, dass sie kommen und um Rat bitten, und wir dürfen ihnen auch vermitteln, wir verstehen ihr Anliegen und wir erkennen, dass sie schon sehr, sehr viel tun, um dem Thema Adipositas zu begegnen. Das ist bei vielen der Fall, nicht bei allen, und es gibt sicher Familien aus anderen kulturellen Kreisen, Immigranten, bei denen die Adipositas anders bewertet wird, da ist kein Problembewusstsein da. Aber ich würde sagen, die Mehrzahl der Betroffenen, die in unsere Sprechstunde kommt, die hat das, die haben sich schon sehr, sehr  bemüht, dem entgegenzutreten und etwas zu tun.

Hilft es, vor einer Schwangerschaft abzunehmen?

Axel Enninger: Lassen Sie uns zu der Sprechstunde gleich noch einmal zurückkommen. Ich möchte noch mal zurück zu den Eltern mit Adipositas, wenn man das noch mal im Kopf hat. Sie sagen, beide Eltern haben eine Adipositas, das Kind hat es ungleich schwerer, ein Normalgewicht zu entwickeln. Dann könnte man doch sagen, wäre es denn nicht die sinnvolle Intervention, alles dafür zu tun, dass die Eltern vor Eintritt der Schwangerschaft nicht adipös sind? Würde das nützen, würde das den Kindern helfen, wenn man sagen würde, da ist ein Paar, das hat Kinderwunsch, die geben sich erst mal besonders viel Mühe zu gucken, dass sie ihr Körpergewicht reduzieren und zeugen dann erst ein Kind, würde das helfen?

Martin Wabitsch: Das ist ein richtiger Gedanke. Auch eine wissenschaftliche Hypothese, für die es einige Belege gibt, dass sie wohl wahr ist. Also wir wissen zum Beispiel, dass der BMI der Mutter vor der Schwangerschaft – vor der Schwangerschaft! – entscheidend ist für die Gewichtsentwicklung des Kindes, wenn es geboren ist. Also insofern: den Zusammenhang gibt es. Dann müsste man annehmen, wenn man den BMI korrigiert, nach unten reguliert, dass dann ein besseres Outcome da ist. Übrigens, das Gleiche gilt für die Väter auch. Man geht davon aus, dass die Keimzellen bereits epigenetische Veränderungen haben, die sich dann auswirken auf die Regulation der Energiehomöostase, letztlich die Regelkreise, die im Gehirn dann dafür verantwortlich sind, die Fettmasse zu steuern. Hochinteressant, da gibt es Belege auch beim Menschen, dass in Spermien und Eizellen entsprechende Methylierungsveränderungen sind, wenn ein Mann oder eine Frau eine Adipositas hat, und es wird dann so weitergegeben, transgenerational. Also, es ist ein richtiger Ansatz. Solche Studien durchzuführen, ist nicht einfach und es gab schon groß angelegte Studien bei Frauen im gebärfähigen Alter, wenige, wo man vor der Schwangerschaft intervenierte, es gibt mehrere, wo man während der Schwangerschaft intervenierte, aber all diese Studien bei Menschen haben bisher keinen Effekt gezeigt auf das Outcome BMI beim Nachkommen, beim Kind, mit einer einzigen Ausnahme. Das war eigentlich eine retrospektive Analyse der Entwicklung von Kindern, die von Frauen geboren wurden, die eine extreme Adipositas hatten bei der ersten Schwangerschaft und sich danach einer bariatrisch-chirurgischen Intervention unterzogen und sehr viel Gewicht abgenommen haben und dann wieder schwanger wurden. Wenn man die erste Gruppe von Kindern vor der Operation verglich – es gab eine Kohorte von solchen Frauen – mit der zweiten Gruppe von Kindern, die nach der bariatrisch-chirurgischen Intervention geboren wurden, dann hatten diese beiden Kindergruppen einen völlig unterschiedlichen Phänotyp. Primär war der BMI deutlich niedriger bei denen, die nach der Operation der Mütter geboren wurden. Aber auch die Stoffwechselsituation, das metabolische Syndrom, Insulinresistenzparameter waren deutlich besser bei den Kindern, bei denen der BMI der Mütter vor der Schwangerschaft korrigiert wurde.

Axel Enninger: Das finde ich spannend, auch total einleuchtend, aber vielleicht noch einmal die Wiederholung: Also sowohl BMI der Väter als auch der Mütter vor Eintritt der Schwangerschaft ist wichtig. Ich ahne jetzt mal, dass es nicht so wahnsinnig realistisch sein wird, da jetzt ein großes Programm daraus zu machen, trotzdem natürlich extrem spannend, auch von der Idee her: Was machen die Gene, was macht die Methylierung von bestimmten Genabschnitten, das ist ja irre spannend. Intervention während der Schwangerschaft, also die Frau wird schwanger, weiß, ich habe eine Adipositas und ich achte jetzt während der Schwangerschaft besonders gut auf meine Ernährung und auf die Gewichtszunahme. Hilft das dem Kind?

Martin Wabitsch: Da gibt es eine Reihe von Untersuchungen, randomisiert kontrolliert, auch hier in Deutschland. Professor Hauner in München hat sich sehr, sehr damit beschäftigt und es gibt postnatal wenige Parameter, die beeinflussbar waren, aber à la longue, wenn die Kinder dann älter werden, sind die primären Endpunkte, zum Beispiel BMI der Kinder, nicht zu beeinflussen gewesen mit den Interventionen, die bislang untersucht wurden. Das heißt, man muss davon ausgehen, es muss noch drastischer interveniert werden, mehr interveniert werden, ähnlich wie bei einer bariatrischen chirurgischen Operation. Und das lässt sich im normalen Leben eigentlich so nicht umsetzen.

Axel Enninger: Dann haben wir jetzt das Thema pränatal, während der Schwangerschaft, und dann kommt das Kind auf die Welt, entwickelt eine Adipositas und dann kommen wir jetzt mal zu dem Punkt, den Sie vorhin schon angesprochen hatten, zu Ihrer Sprechstunde. Bevor die Menschen aber in Ihre Sprechstunde kommen, gehen sie ja zum niedergelassenen Kinder- und Jugendarzt oder zum Kinder-Gastroenterologen wie zu mir. Ganz häufig höre ich dann: ;Na ja, das sind doch irgendwie – in Anführungszeichen „die Drüsen“. Können Sie denn da nicht mal Diagnostik machen? Können Sie denn nicht mal die Schilddrüse untersuchen oder sonst irgendwas anderes untersuchen?‘ Gibt es eine sinnvolle Labordiagnostik, die Sie empfehlen, oder sagen Sie, alles Quatsch?

Richtung Folgeerkrankungen, nicht Richtung Ursachen schauen

Martin Wabitsch: Also es gibt Leitlinien, die uns vorschlagen, was wir tun sollen. Wenn Sie mich jetzt direkt fragen, will ich die Frage aber ganz einfach beantworten. Ein Kind, das eine normale psychomotorische Entwicklung zeigt, ein normales Wachstum, also Körperhöhen-/ Körperlängenwachstum zeigt und eine Adipositas entwickelt, bei diesem Kind brauche ich kein Blut abzunehmen. Wenn die Gewichtsentwicklung dramatisch schnell läuft, innerhalb von wenigen Monaten, dann ist es sicher nicht normal. Dann kann ich an eine Schilddrüsenunterfunktion denken, im seltenen Fall auch mal an einen Hirntumor, ein Kraniopharyngiom, das sich so manifestieren würde. Aber dort sehe ich in der Regel auch einen Einbruch vom Körperhöhenwachstum.

Axel Enninger: Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Lassen Sie uns den doch noch einmal wiederholen. Das wird viele niedergelassene Kinder- und Jugendärzte erst einmal entlasten. Sie sagen, bei normaler Längenentwicklung, normaler psychomotorischer Entwicklung und sonst keinen Auffälligkeiten brauchen wir keine Labordiagnostik. Die brauchen wir nur, können wir noch mal wiederholen, bei sonstigen klinischen Auffälligkeiten oder besonders schneller Gewichtszunahme.

Martin Wabitsch: Korrekt, genauso ist es. Die internationalen Leitlinien empfehlen eher die Diagnostik in Richtung Folgeerkrankungen, nicht in Richtung Ursachen der Adipositas. Bei den Folgeerkrankungen gibt es Empfehlungen, was man sinnvoll machen kann. Da ist eine große Diskussion, was sinnvoll ist und was nicht sinnvoll ist. Wir können da einsteigen. Wir sind da eher zurückhaltend, weil ich ja weiß, alles was ich an Folgeerkrankungen der Adipositas messen kann, kann ich nur über eine Therapie der Adipositas zunächst mal wieder in den Griff bekommen. Das heißt, es gilt eigentlich für alle, egal ob sie jetzt erhöhte Triglyceridspiegel haben oder erhöhte Leberwerte haben, alle Kinder mit Adipositas sollten ihren Lebensstil optimieren.

Genetische Untersuchung lohnt dennoch in einigen Fällen

Axel Enninger: Okay. Dazu kommen wir vielleicht gleich noch mal. Weil Sie am Anfang den Wert der Genetik doch so betont hatten: Da gibt es ja ein paar ganz seltene genetische Erkrankungen. Wann muss man denn das machen? Also ich nehme jetzt mal an, das ist nicht Aufgabe des niedergelassenen Kinder- und Jugendarztes, aber ein Spezialist wie Sie wird ja ab und zu spezielle genetische Diagnostik veranlassen. Wann machen Sie das denn?

Martin Wabitsch: Bei einer frühmanifesten extremen Adipositas, wo ich Zeichen einer Hyperphagie habe. Das ist schwer zu messen, es ist ein klinischer Eindruck von dem, was die Eltern erzählen, also starkes Hungergefühl und im Alter vor der Schule, vor der Einschulung, ein extrem hoher BMI. Ich sage mal ein Beispiel: 2 Jahre und ein BMI von 24–25 oder 5 Jahre und ein BMI von 30. Das sind ganz seltene Fälle. Bei denen soll man eine genetische Untersuchung durchführen und wird da oft auch fündig. Da findet man dann seltene genetische Ursachen einer seltenen Erkrankung. Mittlerweile gibt es für einige dieser Diagnosen auch schon mechanismusbasierte Therapien. Also es ist eine Ausnahme für seltene Fälle.

Ich will aber jetzt nicht unvollständig bleiben an der Stelle. Wir wissen, dass es ein Gen gibt, den Melanocortin-4-Rezeptor, das Gen für den Melanocortin-4-Rezeptor, das ist der Sättigungsrezeptor im Hypothalamus im zentralen Nervensystem. Dieser Rezeptor weist Varianten in der Allgemeinbevölkerung auf und es gibt Varianten, die Risikovarianten oder Risikoallele darstellen. Wir wissen, dass 2 bis 3 % der Kinder mit Adipositas ein Risikoallel im MC4-Rezeptor haben. Und diese Information wäre hilfreich für Interventionen, zur Aufklärung, auch um später realistische Ziele zu formulieren, wenn ich verhaltensbasierte Interventionen durchführe. Ich weiß, dass die Kinder, die ein solches Risikoallel tragen, keine guten Ergebnisse bei den verhaltensbasierten Interventionen haben. Da gibt es eine gute Studie von Thomas Reinehr aus Datteln, der das gezeigt hat. Diese Info fände ich jetzt für die Aufklärung aus ethischer Sicht gut, wenn ich sie hätte. Das heißt aus meiner Sicht, aber da spreche ich jetzt als Universitätsmediziner, wäre es gut, dass bei jedem Kind, dem ein Schulungsprogramm angeboten wird – Verhaltensänderungen, Lebensstilverbesserung – ich die Information habe, ob es zu den 2 bis 3 % gehört, die ein Risikoallel haben. Dass ich die kenne und es ihnen auch mitteile. Das heißt nicht, dass sie nicht an so einem Programm teilnehmen sollen, aber ich muss ihnen sagen: ‚Die Chance, dass ihr viel Gewicht abnehmt und es dann auch haltet, die ist gering. Das Programm ist trotzdem gut, weil der gesunde Lebensstil für uns alle gut ist.‘

Axel Enninger: So ein bisschen Frustbegrenzung, oder?

Martin Wabitsch: Realistische Ziele. Für eine ärztliche Aufklärung ist es richtig, alle Informationen, die verfügbar sind oder die wir erheben können, auch bereitzustellen und auf der Basis mit Eltern und Kind zu sprechen. Das ist, glaube ich, unser ärztliches Selbstverständnis, das wir haben.

Folgeerkrankungen managen: Fettstoffwechsel, Leber, Glukoseregulation, Ultraschall, Blutdruck

Axel Enninger: Kommen wir noch mal zu den in der Leitlinie empfohlenen Laborwerten zum Thema Folgeerkrankungen. Können Sie die kurz aufzählen oder müssen wir die in der Leitlinie nachlesen?

Martin Wabitsch: Nein, die kann ich aufzählen. Das sind im Prinzip drei Bereiche. Das ist der Bereich des Fettstoffwechsels, also es wird empfohlen, Folgestörungen im Bereich des Lipidprofils zu prüfen, also Cholesterin, LDL-, HDL-Cholesterin und Triglyceride. Der zweite Bereich ist die Leber. Also wenn ich mich um Laborwerte kümmern will, die Leberenzyme zu messen, um einen Hinweis auf eine Fettlebererkrankung zu haben. Und das Dritte ist der Bereich Glukoseregulation, also letztlich Typ-2-Diabetes oder dessen Vorstufen rechtzeitig zu erkennen. Das sind die drei Bereiche, bei denen ich Laborwerte erhebe. Es gibt dann auch noch apparative Untersuchungen, dazu gehört der Ultraschall der Leber und der Blutdruck, der zu messen wäre. Also diese drei Laborbereiche und diese zwei apparativen Untersuchungen, die finden Sie in Leitlinien. Man kann das durchaus kritisch diskutieren, ob ich das wirklich bei jedem Kind mit Adipositas durchführe oder nicht. Jetzt werde ich selber widersprüchlich, Leitlinien sind Leitlinien, die sollten wir einhalten. Aber ich habe an manchen Stellen schon eine differenziertere Sicht darauf und würde das auf individueller Basis entscheiden.

Axel Enninger: Lassen Sie mich als Kinder-Gastroenterologe noch den Kommentar abgeben, dass natürlich auch ein Kind mit einer Adipositas mit erhöhten Transaminasen trotzdem einen Morbus Wilson haben kann und trotzdem eine Autoimmunhepatitis haben kann. Also bitte nicht damit zufrieden geben zu sagen, die Transaminasen liegen am Körpergewicht. Wenn das Körpergewicht runtergeht und die Transaminasen bleiben immer noch oben: Achtung, Achtung! Da müssen wir weitere Diagnostik machen. Das ist nur einmal eine kleine kinder-gastroenterologische „Klammer“, die ich kurz aufmachen möchte.

Martin Wabitsch: Da gebe ich Ihnen recht. Also da ist es wichtig, den Verlauf zu dokumentieren und den ernsthaften Versuch durch eine kurzfristige Lebensstiländerung, also eine funktionelle Untersuchung, zu zeigen, dass die Enzyme runtergehen. Absolut d‘ accord, und so würde ich es auch jedem empfehlen.

Axel Enninger: Also so mache ich es in der Tat auch. Ich versuche, es ihnen zu erläutern und sage: ‚Wir fassen jetzt mal ein realistisches Körpergewichtsziel und treffen uns in ein paar Monaten wieder. Wenn das Körpergewicht runtergeht und deine Transaminasen runtergehen, dann haben wir das quasi bewiesen.‘ Dann müssen wir auch nicht mehr machen. Aber wenn es dann nicht runtergeht, dann müssen wir weiter gucken.

Okay, Sie hatten ganz am Anfang bei der Einleitung schon gesagt, dass es Ihnen ganz wichtig ist, wie man kommuniziert und eben nicht sagt „Ich habe eine Adipositas“, sondern „Der Patient hat eine Adipositas als Erkrankung“. Was sind aus Ihrer Sicht die klassischen Fallstricke in der Kommunikation, wo Sie sagen würden, das sollte man besser nicht tun?

Hand aufs Herz, wirklich neutral? Standardtipps werden nicht helfen

Martin Wabitsch: Also die Fallstricke in der Kommunikation entstehen ja in uns selbst, wenn wir Menschen mit Adipositas auf der Straße sehen oder wenn wir sie in unserer Ambulanz sehen oder in der Sprechstunde sehen. Und der erste Fallstrick ist bei uns morgens, wenn wir dann drei, vier Sprechstunden parallel haben und die zuständige MFA oder Kinderkrankenschwester die Ärzte begrüßt und sagt: ‚Zimmer 1 ist ein Kind mit Kleinwuchs‘ – jetzt bei uns in der Endokrinologie – ‚Zimmer 2 haben wir einen Diabetiker, der zur Kontrolle kommt. Zimmer 3 ist dieses Kind mit der Hashimoto-Thyreoiditis und im Zimmer 4 haben wir ein neues Kind mit Adipositas.‘ Und dann bleibt normalerweise Zimmer 4 immer bis zum Schluss übrig. Ich schildere das jetzt mal so ein bisschen plakativ, weil da keiner rein will. Also das ist schon der erste Fehler, wie wir den Menschen, den Kindern, den Familien begegnen. Wir haben eine innere Hemmung, uns mit ihnen zu beschäftigen. Wenn sie in so ein Zimmer hineinkommen, da ist so eine dicke Luft, da riecht es übel, und ein Kind mit Adipositas, einen Jugendlichen, eine Jugendliche zu untersuchen, ist etwas, was man primär erstmal nicht gern tut. Und das ist ein Fallstrick, der aber unser eigenes Thema ist. Es ist letztlich iatrogen. Da müssen wir wirklich Ärzte und Ärztinnen sein und jeden Patienten gleich behandeln. Das ist das Erste.

Das Zweite ist, wie ich mit den Familien spreche. Es ist oft zu beobachten, dass die Mütter, die die Kinder begleiten, dann erst mal anfangen zu erzählen. Und sie brauchen für eine Anamnese meistens viel länger als bei anderen Diagnosen, weil diese Mütter versuchen, sich zu rechtfertigen. Sie erklären, was sie alles tun, was sie schon gemacht haben, und zu einem gewissen Maß sollte man das zulassen, sie nicht unterbrechen. Und sie dann eher für ihr Engagement auch loben und es wertschätzen. Das ist ganz wichtig und nicht sagen: ‚Das kann ja nicht sein, sehen Sie doch das Ergebnis.‘ Und dann, wenn man dann weiter denkt – das sollte heute hoffentlich nicht mehr vorkommen – dass wir dann sagen: ‚Ja, jetzt schauen Sie mal, dass Sie weniger essen. Schauen Sie mal, dass Ihr Kind sich mehr bewegt, und das ist doch machbar.‘ Einfache Tipps und dann wird es schon wieder besser werden. Das entspricht nicht den Leitlinien, ist nicht evidenzbasiert und trägt dazu bei, dass wir die Familien belasten, letztlich das Stigma pflegen. Es ist auch eine Art Diskriminierung, und das sind so Fauxpas.

Was hilft wirklich?

Axel Enninger: Da gibt es ja tatsächlich auch eine ganz gute Untersuchung dazu, die sagt: Einmal solche – sag ich mal in Anführungszeichen – „Tipps“ von sich zu geben, entlastet lediglich den Arzt und hat sonst keine Konsequenzen. Aber nichtsdestotrotz müssen wir ja Dinge, die Sie vorhin unter dem Stichwort Lifestyle Modification angesprochen haben, ansprechen. Was wollen wir denn, was empfehlen wir denn bei dem Hintergrund, den wir haben und wissen, so wahnsinnig viel können wir nicht ausrichten, aber wir können ein bisschen was ausrichten. Was empfehlen wir denn?

Martin Wabitsch: Und jetzt schicke ich noch einmal den Satz voraus: Zuerst das wertschätzen, was die Familie bereits tut, und dann vermitteln, dass unser Ziel nicht ist, dass ein Kind mit Adipositas schlank wird, sondern das Ziel ist, dass es möglichst gesund bleibt, eine gesunde Entwicklung hat, auch in der Gruppe, in der sozialen Gruppe sich gut integrieren kann, bei sozialen Aktivitäten mitmachen kann und das Selbstbild und den Selbstwert hochhalten kann. Das ist ein ganz wichtiges Ziel in der Entwicklung der Kinder. Dann gilt es, den Lebensstil so gesund wie möglich zu gestalten. Da gibt es Maßnahmen, die sich auch auf das Gewicht auswirken können. Bevor ich einzelne Punkte nenne, schicke ich wiederum voraus: Es ist nicht primär das Kind, selbst der Jugendliche nur begrenzt, sondern die Eltern, die Erwachsenen, all jene, die in der Umgebung des Kindes sind und als Vorbilder gelten – später die Peer Group, die wir natürlich schlecht beeinflussen können. Da gilt es, den Schwerpunkt zu setzen. Maßnahmen, die wirksam sind, das sind Maßnahmen im Rahmen der Ernährung. Wir wissen, dass die Energie, die ich über Getränke zu mir nehme, Einfluss auf das Körpergewicht hat. Es gibt klare Befunde, die zeigen, dass der Zuckergehalt in Getränken direkten Einfluss auf die Fettmassenentwicklung hat, auf das Gewicht hat. Das ist ein klarer Zusammenhang.

Zuckersteuer, Wasserspender, gemeinsames Essen, prozessierte Lebensmittel

Axel Enninger: Da machen wir eine kleine politische Anmerkung: Daran kann man als Politiker arbeiten. Thema Zuckergehalt von Getränken, das wäre ein Appell an die Politik. Da sind wir uns beide, glaube ich, einig. Grundsätzlich wollen wir, dass die Kinder am liebsten Wasser trinken.

Martin Wabitsch: Ja, und das lässt sich in unserer Gesellschaft gut umsetzen, indem wir die Schulen und die Einrichtungen, in denen die Kinder sind, befähigen, solche Maßnahmen zu ermöglichen, zu erleichtern und die Familien dann aufklären. Es ist zum Beispiel ein zentraler Punkt des großen Programms, das wir hier in Baden-Württemberg haben, von der Landesstiftung unterstützt: „Komm mit in das gesunde Boot“. Da geht es um Schulunterricht, auch Kita-Anleitungen, wo ein gesunder Lebensstil vermittelt wird, über Lehrer, über Erzieherinnen, Lehrerinnen. Den Kindern wird es praktisch leicht gemacht, solche Empfehlungen umzusetzen, also Wasser zu trinken, nicht-gesüßten Tee zu trinken. Das sind die Getränke.

Axel Enninger: Es gab eine schöne Untersuchung aus dem Ruhrgebiet, dass allein das Aufstellen von Wasserspendern in Schulen schon einen positiven Effekt gezeigt hat.

Martin Wabitsch: Ja, Frau Boise-Kersting…

Axel Enninger: Genau.

Martin Wabitsch: … hat das durchgeführt. Es ist eine ganz tolle Arbeit, die zitiere ich oft. Und ja, das ist eine Antwort auf diese Frage: Was kann ich tun?

Axel Enninger: Okay, Getränke Nummer 1. Bei der Ernährung hatten Sie auch vorhin schon gesagt, möglichst nicht zwischen den Mahlzeiten essen, Stichwort „Snacks“. Das ist, glaube ich, ein großes Thema. Gemeinsame Mahlzeiten sind ja so ein bisschen eine Mittelschichtsvorstellung, dass Familien abends noch gemeinsam essen. Es gab letztens eine Untersuchung hier aus Baden-Württemberg, dass nur noch höchstens 50 % der Familien abends gemeinsam essen. Ehrlich gesagt, wollen wir da wieder hin, oder?

Martin Wabitsch: An der Beschreibung sehen Sie, dass es sich an dieser Stelle ja nicht nur um die Adipositas dreht, die ich da beeinflussen will, sondern es ist ein gesamtgesellschaftliches Thema. Und die Frage ist, inwieweit ich das wirklich wieder zurückdrehen kann. Da kann man nur spekulieren. Es hat ja auch andere Auswirkungen. Also dieser Ratschlag, das Vorbild, die Möglichkeit es zu erleichtern, dass man miteinander Mahlzeiten einnimmt, hat ja nur Vorteile. Aber das ist sehr viel komplexer an dieser Stelle natürlich. Also die gemeinsamen Mahlzeiten, ja, Mahlzeiten zu geregelten Zeiten, und dann kommen die Dinge, die wir essen. Die Nahrungsmittelindustrie ist wichtig, sie hat uns ja auch den Wohlstand erbracht, den wir haben. Sie erlaubt es uns auch heute, unseren Tag so zu leben, wie wir wollen. Gerade im Kindes- und Jugendbereich wissen wir, dass wir die Industrie ja brauchen, auch für Säuglingsnahrung, für andere Nahrungsmittel, wo wir sehr froh sind, dass wir sie haben. Das ist die eine Seite. Aber die andere Seite ist, dass es auch ein Bereich ist, wo viele, viele Produkte im Supermarkt angeboten werden, die prozessiert sind. Das heißt, das ursprüngliche Produkt vom Acker, vom Garten wird verarbeitet, damit es haltbar gemacht wird. In diesem Prozess fallen dann die Ballaststoffe heraus und es entsteht ein Produkt, das einen höheren Energiegehalt hat, meistens noch mit bestimmten Stoffen versehen – Geschmacksverstärker, Stoffe zur Haltbarkeit, Farbstoffe, andere Dinge – die dann am Ende dazu führen, dass diese Nahrungsmittel metabolisch viel ungünstiger sind und eine Adipositas vorantreiben, zum Teil über Insulinspiegel, die darüber stimuliert werden, und andere Vorgänge. Also, die Produkte, die wir gerade haben, die uns angeboten werden, die das moderne Leben uns auch vorgibt, die sind nicht geeignet, um einen gesunden Lebensstil zu fördern mit dem Ziel Adipositas zu kontrollieren. Dazu sind sie sicher nicht geeignet.

Reha, Prävention und wo wir besser werden können

Axel Enninger: Also sozusagen ein Riesenfeld, prozessierte Lebensmittel. Da ist auch nicht alles böse, was prozessiert ist, aber trotzdem, grundsätzlich glaube ich, kann man sagen: Dinge, die man als Basis-Lebensmittel kauft und selber kocht, sind erstmal das, was wir haben wollen. Wir wollen gerne Produkte auf dem Markt kaufen oder selber Dinge herstellen. Ich glaube, das ist etwas, womit man übrigens auch relativ viele Familien mit Migrationshintergrund erreicht, wenn man sie an ihrer Kultur packt. Da gibt es doch wunderbare türkische Rezepte, arabische Rezepte, und das ist doch toll, wenn sie da kochen können, eben ohne fertige Lebensmittel, die hier so der Western Lifestyle bietet. Okay, also das heißt, bei der Ernährung ist, glaube ich, im Grunde jedem mit gesundem Menschenverstand klar, was wir da haben wollen. Dass wir Bewegung haben wollen, ist glaube ich auch klar. Das ist auch noch ein Appell, glaube ich, an die Politik: Spielplätze, Möglichkeiten für Kinder, sich sicher zu bewegen. Also ich sag mal, unsere Generation, wir sind noch rausgegangen. Wir sind auf Bäume geklettert und von Bäumen gefallen oder haben auf Baustellen gespielt. Das gibt es heute weniger zumindest. Jetzt gibt es eine Frage, da ahne ich, dass Sie sie häufig gestellt bekommen: ‚Muss mein Kind nicht mal zur Kur?‘ Was sagen Sie dazu?

Martin Wabitsch: Also, wir haben ja in Deutschland einen Schatz an Reha-Einrichtungen, die chronisch kranken Kindern die Türen öffnen und dort sehr, sehr gute interdisziplinäre Programme anbieten. Unterstützungen auch für Eltern, wenn sie mit aufgenommen werden. Also, das ist ein Reichtum, der typisch so in Deutschland ausgeprägt ist. Das ist erstmal positiv zu bewerten und diese Maßnahmen in den Rehakliniken sind ja auch wirksam und bewirken etwas. Das Problem ist, dass sie für 4–6 Wochen durchgeführt werden und danach kommen die Kinder dann wieder nach Hause und dort hat sich eben nichts geändert. Wir sehen bei vielen, dass die Gewichtskurve, der BMI während der Reha nach unten geht und nachher wieder nach oben geht und am Ende dort ist und so ausschaut, als ob sie gar nichts gemacht hätten. Das heißt, die alleinige Reha-Maßnahme reicht nicht aus. Wir brauchen eine gute Vorbereitung und vor allem eine Nachsorge in dem Sinn, dass das, was an Lebensstiländerungen, an Neuerungen dort gelernt wurde, auch zu Hause umgesetzt werden kann. Also der Bedarf dieser Nachsorge, diese Nacharbeit ist mindestens so wichtig und auch intensiv wie die eigentliche Reha. Und da haben wir noch einen Mangel, das können wir bei uns noch nicht wirklich umsetzen.

Axel Enninger: Das, finde ich, war jetzt eine sehr abgewogene Antwort. Ich provoziere Sie jetzt so ein bisschen: Können wir nicht das Geld, das wir in Reha-Kliniken und solche stationären Reha-Programme stecken, besser in der Prävention benutzen?

Martin Wabitsch: Also, wenn Sie die Beträge anschauen, die Euro-Beträge, glaube ich, dass man mit dem Geld durchaus andere Dinge mit mehr Wirkung machen kann. Dem stimme ich zu. Mir war es wichtig, das Potenzial dieser Einrichtungen nicht schlechtzureden. Es ist eher der Appell, das wohlgeprüft und mit einer Art Innovation auch jetzt in die Zukunft zu bringen. Ich würde die also nicht abschaffen, sondern ich würde schauen, dass die Wirkung, die dort erzielt wird, auch nachhaltig beibehalten wird. Also so ein Kind mal rauszunehmen, ist ja oft auch gut, entlastend, aber was uns halt fehlt, ist die Nachbetreuung.

Abnehmspritze und bariatrische Chirurgie

Axel Enninger: Jetzt ist bei den Erwachsenen das große Thema die Abnehmspritze. Das ist das große Ding. Wie steht es denn mit medikamentösen Interventionen bei Kindern und Jugendlichen?

Martin Wabitsch: Es gibt zwei dieser Produkte, die zugelassen sind ab dem Alter von 12 Jahren für die Behandlung der Adipositas. Das ist im Moment, jetzt der Stand im Oktober 2025. Es wird weitere Medikamente geben, die nächstes Jahr und übernächstes Jahr zugelassen werden ab 12. Es wird auch ein Medikament geben, das wahrscheinlich nächstes Jahr bereits ab 6 Jahren zugelassen wird. Also das ist die Zulassung durch die Behörde, die eine Therapie zulässt. In Deutschland haben wir den sogenannten „Lifestyle-Paragraphen“, der eine Liste von Medikamenten enthält, die nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verschrieben werden dürfen, weil sie den Lebensstil eines Menschen beeinflussen. Wir sind bei dem Thema von vorher und da liegt ein historisch gewachsener und noch vorhandener Trugschluss drin. Fakt ist, dass diese Medikamente heute nicht auf Rezept verschrieben werden können und nicht erstattet werden. Das ist für mich ein Fehler und auch biologisch verkehrt, aber so ist es im Moment. Jetzt sind sie ab 12 Jahren zugelassen. Darüber wird viel in den Medien berichtet, und das wird oft schwarz-weiß dargestellt oder es werden nur kleine Ausschnitte dargestellt, da werden viele Fehlinformationen übermittelt.

Also, wir werden nicht alle Kinder mit Liraglutid oder Semaglutid behandeln, das ist nicht richtig, nicht sinnvoll. Es ist sinnvoll für ausgewählte Patienten. Ich beschreibe mal eine Gruppe, für die ich diese Medikamente als sehr sinnvoll und hilfreich sehe: Das sind Kinder mit extremer Adipositas, die dann, wenn sie 8, 10 oder 12 Jahre alt sind, pro Jahr 10 Kilogramm zunehmen. Ich sehe das auf der Gewichtskurve. Ich kann genau voraussagen, wenn ich die Kurve zeichne, wie viel der Junge oder das Mädchen in einem Jahr wiegen wird. Wenn ich eine solche Dynamik sehe und alle Bemühungen der Familie inklusive Programme zu keinem Erfolg führten, dann bin ich eigentlich verpflichtet, dieses Medikament einzusetzen, weil es diesen Anstieg stoppt und die Gewichtsabnahme einleitet.

Axel Enninger: Okay, Medikamente sind das eine bei Erwachsenen. Auch die bariatrische Chirurgie, Magenverkleinerungen, Magenballon, was auch immer, ist ständig in den Medien. Gibt es da einen Stellenwert bei Kindern und Jugendlichen?

Martin Wabitsch: Auch das ist leitlinienbasiert. Es gibt die Empfehlung, bei Jugendlichen mit extremer Adipositas, bei denen alle anderen Interventionsmaßnahmen nicht erfolgreich waren, diesen Schritt zu überlegen, zu erwägen. Es gibt Kriterien, eine ganze Liste, die erfüllt sein müssen, und dann ist es eine echte Option und eine sehr wirksame Therapiemaßnahme, die bariatrische Chirurgie.

Axel Enninger: Also, das ist tatsächlich auch ein Punkt, den musste ich in den letzten Jahren lernen. Ich habe mich erst innerlich ganz, ganz heftig dagegen gewehrt. Ich fand die Vorstellung furchtbar und habe gedacht, da müssen wir doch irgendwie besser werden, aber ich glaube, wenn man sich die Zahlen anguckt, ist das tatsächlich die Intervention.

Martin Wabitsch: Denken Sie an einen Jugendlichen mit 140–150 Kilo, von dem ich weiß, der nimmt noch mal 30–40 Kilo zu.

Axel Enninger: Genau, und dem nehme ich 10 % seines Körpergewichts durch die Intervention und dann bin ich aber immer noch nicht da, wo ich hin will.

Martin Wabitsch: Ja, und wenn ich eine Magenverkleinerung durchführe, dann habe ich 30 % Gewichtsabnahme.

Axel Enninger: Okay. Es gibt ein Standardelement in diesem Podcast und das heißt „Dos & Don’ts“. Es ist Ihnen überlassen, mein Rat ist immer, eher mit den Don‘ts anzufangen, um lieber mit den positiven Dingen zu enden. Aber Sie dürfen ein paar Ihnen wichtige Punkte an die niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte weitergeben.

Auf Sprache achten, realistische Ziele und Entlastung, keine Standardtipps, Stigmatisierung und Diskriminierung kontrollieren

Martin Wabitsch: Ja, wir sollten nicht von „adipösen Patienten“ sprechen, das hatten wir eingangs, sondern „das Kind hat Adipositas“ oder „der Jugendliche lebt mit Adipositas“. Wir sollten nicht das Normalgewicht als Zielgewicht formulieren, sondern wir sollten realistische Ziele formulieren. Und die bestehen zunächst in einem gesunden Lebensstil und in einer Entlastung, Entstigmatisierung. Also ich verbinde die Don’ts mit den Dos. Was wir auch nicht machen sollten, ist, solche Aussagen zu treffen wie „iss mal weniger, beweg dich mal mehr“, weil das nicht funktioniert. Es entspricht nicht den wissenschaftlichen Grundlagen. Es bedarf einer grundsätzlichen Änderung des Lebensstils in der Familie, wo ich viel investieren muss, multidisziplinär, um das in einer Gruppe wie einer Familie zu erreichen. Und dann, was wir alle nicht tun sollten, bitte, ist die Stigmatisierung, die wir in uns tragen, wenn wir Kinder mit Adipositas sehen: Wir müssen sie kontrollieren und auf keinen Fall die Betroffenen diskriminieren im medizinischen Umfeld. Also, dass wir sie schlechter behandeln, anders behandeln als andere chronisch Kranke. Das sind für mich die Don’ts und die Dos: „Adipositas ist eine chronische Erkrankung. Ich helfe dir, damit zu leben, damit zurechtzukommen.“ Es gibt realistische Therapieziele für verhaltenstherapeutische Interventionen, die liegen im Bereich von 5 % Gewichtsveränderung und vor allem im Erreichen eines gesunden Lebensstils. Das Do, was mache ich, was kann ich tun, ich wiederhole es einfach noch einmal: „Du hast Adipositas, ich helfe dir dabei.“

Axel Enninger: Sehr schönes Schlusswort. Vielen lieben Dank, Herr Professor Wabitsch, und Ihnen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, vielen Dank fürs Zuhören. Wir freuen uns wie immer über Kommentare, wir verlinken wichtige Literatur und Literaturhinweise in unseren Shownotes, die können Sie dort gerne nachlesen. Wir freuen uns über Bewertungen, natürlich über positive Bewertungen, wir freuen uns aber auch über Hinweise zu anderen Themen, zu Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern und wie immer: Bleiben Sie uns gewogen!

 

 

Hilfreiche Informationen:

Anmerkung: 

„Nach der Veröffentlichung erhielten wir noch eine Rückmeldung zum Zusammenhang zwischen ADHS und Adipositas. Diesen Aspekt haben wir aus Zeitgründen nicht besprochen, danken jedoch für diesen wichtigen und richtigen Hinweis.“

Themenheft:

Wabitsch M & Gerner P (2024) Adipositas im Kindes- und Jugendalter. Consilium Themenheft 09/2024, 1. Auflage. InfectoPharm Consilium und Arzneimittel GmbH, ISSN 2365-7618, 23 Seiten.

 

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