30.07.2026

Wie viel Sommer vertragen unsere Arzneimittel?

Aus dem Unternehmen – Der Hochsommer ist da und mit ihm Temperaturen weit über der 30-Grad-Marke. Das kann nicht nur Menschen belasten, sondern wirkt auch auf Medikamente ein. Aus diesem aktuellen Anlass hat das Fachportal apotheke adhoc bei uns als Spezialisten besonders für Kinderarzneimittel nachgefragt: Was unternehmen die Hersteller eigentlich, dass Medikamente auch bei Hitze sicher wirken?


Im Folgenden finden Sie die zusammengefassten Ausführungen von Geschäftsführer Dr. Aldo Ammendola und Dr. Dagmar Hirsch, Leiterin der Quality Unit für apotheke adhoc. Den Fachartikel können Sie im Original bei apotheke adhoc online nachlesen.

Wie Hersteller die Haltbarkeit garantieren
Arzneimittel bei Hitze: Wann Galenik an Grenzen stößt
apotheke adhoc | 29.07.2026 15:35 Uhr

  • Härtetest im Labor: Bevor ein Medikament auf den Markt kommt, muss es in speziellen Klimakammern extreme Stresstests bei sehr hohen und wechselnden Temperaturen bestehen.
  • Tablette robust, Zäpfchen empfindlich: Wie anfällig ein Medikament ist, hängt stark von seiner Darreichungsform ab. Während Tabletten viel aushalten, können Zäpfchen, Cremes oder Säfte bei Sommerhitze schnell schmelzen oder sich entmischen.
  • Vorsicht bei der Lagerung zu Hause: Im Hochsommer sollten hitzeempfindliche Präparate zügig aufgebraucht werden. Lagern sie zu lange in der Wärme, sollten sie sicherheitshalber entsorgt werden.

 

Eines vorweg: Medikamente sind empfindlich. Wenn sie zu warm gelagert werden, können sie ihre Wirkung verlieren. Um das zu verhindern und die Sicherheit für Patienten zu garantieren, führen Pharmahersteller schon vor der Zulassung eines neuen Medikaments aufwändige Qualitätstests und -analysen durch.

Der Härtetest im Labor

Bevor ein Medikament auf den Markt kommt, muss es in speziellen Klimakammern beweisen, was es aushält. Dafür lagern die Hersteller Proben nicht nur monatelang bei normaler Zimmertemperatur, sondern unterziehen sie auch extremen Stresstests – zum Beispiel ein halbes Jahr lang bei 40 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit. Auch extreme Temperaturwechsel (wie ständiges Einfrieren und wieder Auftauen) werden im Labor nachgestellt. Erst wenn ein Präparat diese Tests besteht, wird es zugelassen.

Wichtige Informationen auf den Packungsbeilagen

Die Ergebnisse dieser Tests entscheiden darüber, was später dem Medikament auf der Packungsbeilage mitgegeben wird.

 

Solche Medikamente sind recht robust:

kein Hinweis (oder: „Keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich“): Das Produkt ist stabil bei 25 °C für die gesamte Laufzeit. Bei 40 °C ist es für sechs Monate stabil.

Nicht über 30 °C lagern“: Stabil bei 25 °C über die gesamte Laufzeit. Bei 30 °C ist es mindestens zwölf Monate stabil, aber bei 40 °C nur für weniger als sechs Monate.

 

Solche Mittel mögen keine Hitze. Werden sie längere Zeit wärmer gelagert, verlieren sie schneller an Haltbarkeit:

Nicht über 25 °C lagern“: Stabil bei 25 °C über die gesamte Laufzeit, aber bei 30 °C nur für weniger als zwölf Monate beziehungsweise bei 40 °C für weniger als sechs Monate.

 

Solche Medikamente gehören in die Kühlung:

Im Kühlschrank (2 bis 8 °C) lagern“: Stabil bei 5 °C über die gesamte Laufzeit. Bei 25 °C ist es stabil für sechs Monate.
Ein beruhigender Fakt aus den Labortests: Sollte das Mittel doch mal kurzzeitig bei Zimmertemperatur liegen (z. B. auf dem Weg von der Apotheke nach Hause), bleibt es in der Regel wirksam.

Kühl aufbewahren und transportieren (2 bis 8 °C)“: Stabil bei 5 °C über die gesamte Laufzeit, aber bei 25 °C für weniger als sechs Monate stabil. Und das Produkt ist gegenüber kurzzeitigen Temperaturabweichungen empfindlich.

Tabletten und Zäpfchen – warum die Darreichungsform entscheidend ist

Oft ist gar nicht der Wirkstoff das Problem bei Hitze, sondern die Verarbeitung des Medikaments. Fachleute sprechen hier von der „Galenik“. Eine Tablette ist fast immer sehr unempfindlich, flüssige oder weiche Medikamente sind dagegen sensibel.

Aufpassen sollte man daher bei:

Zäpfchen: Sie sind extra so gemacht, dass sie bei Körpertemperatur schmelzen. Liegen sie im Sommer im heißen Auto oder der warmen Dachgeschosswohnung, schmelzen sie schon in der Verpackung. Dabei sinkt der Wirkstoff nach unten ab. Wenn das Zäpfchen später wieder hart wird, kann es sich auch verformt haben.

Cremes, Salben und Säfte: Bei Hitze können sich diese flüssigen oder halbfesten Mittel entmischen. Auch hier bekommt der Patient vielleicht nicht die richtige Menge an Wirkstoff.

„Der Versand von InfectoPharm erfolgt ausschließlich durch qualifizierte Versanddienstleister auf Basis der GDP-Leitlinien. Dabei werden die aktuellen Außenbedingungen und die Transportdauer berücksichtigt“

Dagmar Hirsch (Leiterin der Qualitätssicherung)

Fazit: Hersteller und Apotheken kühlen die Medikamente beim Transport und der Lagerung streng nach Vorschrift.

Das größte Risiko ist oft der Weg nach Hause oder die Lagerung in den eigenen vier Wänden.

Dr. Aldo Ammendola (Geschäftsführer InfectoPharm)

Unser Rat

Brauchen Sie empfindliche Produkte im Hochsommer am besten zügig auf und achten Sie genau auf das Verfallsdatum nach dem Öffnen. Haben Sie den Verdacht, dass ein Medikament zu Hause über längere Zeit viel zu warm lag (z. B. in der direkten Sonne auf der Fensterbank), sollten Sie es sicherheitshalber entsorgen und sich in der Apotheke Ersatz besorgen.

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Bitte wenden Sie sich mit Ihrem Anliegen an austria.kontakt@infectopharm.com

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